Kayseri liegt östlich von Kappadokien; in römischer Zeit war die Stadt als Caesarea bekannt. Wie viele Siedlungen Anatoliens besitzt sie ein reiches kulturelles Erbe, und ihre Sehenswürdigkeiten verteilen sich über die ganze Stadt und ihre Umgebung. Der Siedlungshügel Kültepe, etwa 20 km von der Stadt entfernt, blickt auf eine Siedlungsgeschichte von mehreren Jahrtausenden zurück. Im 2. Jahrtausend v. Chr. war er ein bedeutendes Handelszentrum, und bei Ausgrabungen kamen zahlreiche Funde aus der Bronzezeit zutage.
Von vielen Zivilisationen regiert
Dank seiner strategischen Lage war Kayseri über Jahrtausende hinweg für die Region bedeutend. Zahlreiche Zivilisationen herrschten hier und hinterließen ihre Spuren im kulturellen Erbe der Stadt, von dem vieles ausgegraben wurde und heute zu sehen ist. Zu den bekanntesten Zeugnissen zählen von den Hethitern gemeißelte Felsreliefs, römische Grabbauten, Felsenkirchen aus frühchristlicher Zeit und viele beeindruckende Bauwerke aus seldschukischer und osmanischer Zeit.

Eine goldene Handelszone
Um 1950 v. Chr. entstanden hier assyrische Handelskolonien, die Anatolien mit Mesopotamien verbanden. Diese Stellung hat Kayseri bis heute bewahrt: Die Stadt ist ein wichtiges Handels- und Industriezentrum der modernen Türkei.

Ein touristisches Gebiet
Die vorislamische Vergangenheit der Stadt lässt sich in ihren Bezirken und Dörfern leicht nachverfolgen. Ein Beispiel ist das Soğanlı-Tal im Bezirk Yeşilhisar, einer der meistbesuchten Orte in Kayseri und mit Dutzenden Felsenkirchen ein wichtiges touristisches Gebiet der Region Kappadokien. Die Kirchen stammen aus byzantinischer Zeit und sind mit Fresken geschmückt. Am eindrucksvollsten sind die Kubbeli-Kirche, die Karabaş-Kirche und die Kirche der heiligen Barbara mit ihrer einzigartigen Architektur und Ausstattung.
Geburtsort von Mimar Sinan
Kayseri ist auch der Geburtsort von Mimar Sinan, dem großen osmanischen Baumeister, der berühmte Meisterwerke in Istanbul und Edirne schuf. Sein Geburtshaus im Dorf Ağırnas ist heute ein Museum; im Dorf gibt es außerdem eine unterirdische Stadt, die frühen Christen als Zufluchtsort diente.

Architekturdenkmäler
Kayseri besitzt einige der bemerkenswertesten Bauwerke der seldschukischen und osmanischen Zeit. Komplexe wie Hunat Hatun vereinen Moschee, Medrese, Grabbau und öffentliches Bad, jedes mit eigenem Charakter. Das Stadtzentrum rund um sie ist heute ein belebtes Einkaufsviertel, und in der Nähe steht der prächtig verzierte Döner Kümbet, ein Grabturm aus der Zeit um 1276.

Kayseri als Zentrum der Gelehrsamkeit
In seldschukischer Zeit war Kayseri eines der wichtigsten Bildungszentren, daher finden Sie in der Stadt viele Medresen im seldschukischen Stil. Besuchen Sie die Çifte Medrese (Doppelmedrese), eine der frühesten medizinischen Schulen und Krankenhäuser Anatoliens.

Teppich- und Kelimweberei
Kayseri gehört zu den wichtigsten Herstellern von Teppichen und Kelims in Anatolien. Gewebt wird in traditionellen Blumenmustern, die jahrhundertealte Traditionen bewahren – und die Teppiche zählen zu den beliebtesten Souvenirs der Besucher.
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